Raus von zu Haus - Ab ins UK

Die Heimat des Abenteuers ist die Fremde. (Emil Gött)

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Archive January 2008

 

Week 4

Humanitarian Actions - einfach nur nett sein oder Leben retten??

Da bin ich mal wieder....mit einem kleinen Essay ueber einen Red X  Workshop, den wir heute besucht haben. Betitelt war das ganze als „Humanitarian Action Workshop“. In der Praxis hiess das, dass sich alle Suedostvolunteers von 11 bis 5 in einem Tagungscenter getroffen haben, um mit einem Referenten ueber den grossen und weitgefassten Begriff „Humanitaerian Actions“ zu philosophieren.

 

Heute Morgen dachte ich noch, oh god, wieder einer dieser sinnlosen red cross seminare, in denen nur ueber unwichtige Dinge debattiert wird, da hast du ja mal gar keinen Bock drauf.

Aber es kam dann doch recht anders und ich muss sagen, dass das Thema seine Zeit wirklich wert war. Wir haben viel disskutiert und mit interaktiven Spielen versucht sehr schwierige und verschiedenartige Fragen zu klaeren...

 

Warum zeigen soviele Menschen z.B. das Bystander-Syndrom (d.h. sie helfen nicht in Notsituationen oder schauen einfach weg)? Ist es bereits eine humanitarian act  jemand die Tuer aufzuhalten? Wird unsere Welt heute immer inhumaner oder sind die Wege human zu agieren einfach nur vielfaeltiger geworden?

Kann man eine Handlung noch humanitarian nennen, wenn man sie nicht selbstaufopfernd und aus dem Beduerfnis zu helfen, heraus unternimmt? Wie kann man neutral bleiben und den Menschen helfen, die am verletzbarsten sind? Wieso faellen wir ein Urteil ueber einen merkwuerdig agierenden Mann, den wir  in einer Samstagnacht auf der Strasse treffen, helfen wir ihm nicht, weil er moeglicherweise betrunken ist und sogesehen seinen Zustand selbstverschuldet hat?

Wie weit kann ich in psychologischen Krisen oder moeglichen Gefahrensituationen helfen, ohne in anderer Leute Leben einzugreifen oder ihnen wohlmoeglich zu nahe zu treten??? Fragen ueber Fragen...

 

Ihr seht also wirklich interessante Dinge, ueber die es sich lohnt, nachzudenken....

 

about:project22-1-2008 @ 22:05 UTC1 comment

Adventure Trip auf Tonbridges' Campusgelaende

Am Montagabend habe ich in einer Spontanaktion versucht, dem ewig leidigen Thema des Sprachkurses endlich ein Ende zu bereiten.

Der Versuch in einen solchen zu gelangen laeuft seit September andauernd an und gestaltet sich wahrlich schwieriger als urspruenglich gedacht. Das British Red X hatte uns empfohlen einen ESOL-Kurs zu besuchen, das sind spezielle Kurse fuer Immigranten, die Englisch als ihre zweite Sprache erlernt haben. Unguenstig an dieser Empfehlung ist nur, dass diese Kurse extrem beliebt sind (bis zum letzten Jahr waren sie naemlich noch kostenfrei) und dementsprechend die Wartelisten bis zum Himmel reichen. So haben wir bereits geschlagene 4 Monate auf eine Einladung zum Assessment-Test gewartet, durch dem man letztendlich lediglich erfaehrt, in welchem Level man waere. Dieser Test war dann im Dezember und man sehe und staune, das Resultat kam recht schnell, naemlich kurz vor Weihnachten. Uns wurde ein Kurs angeboten, der zweimal woechentlich fuer 2 h ist. Um mir nun mal anzusehen, ob sich der Einsatz lohnt, bei verschiedenen wichtigen Personen in der Schule anzufragen, ob ich fuer diese Zeit frei bekommen koennte, bin ich Montagabend spontan mal da hingefahren. Wie immer wenn man schon spaet dran ist, bin ich natuerlich im traffic stecken geblieben und kam schon voellig exhausted 10min spaeter im west kent college in tonbridge an. Die nette Rezeptionistin schickte mich dann auch in einen Kurs, der nur leider der war, in dem man essentielle Dinge wie „Hello, my name is Natalie. How are you?“ lernt. Netterweise stattete mich die Sprachlehrerin dieses Kurses dann mit einem Campusplan, einer Wegbeschreibung und einer netten note fuer den naechsten Kurslehrer aus und ich begann meine naechtliche Wanderung auf der Suche nach meinem Sprachglueck. Das ich letztendlich halbacht auch wirklich in einem Kurs meines Levels sass, war eher den netten englischen Putzfrauen zu verdanken als meinem Geschick mich in Gebaueden mit vielen Ecken und Winkeln zurechtzufinden....

Letztendlich war der Kurs aber doch recht interessant und es war echt mal wieder ein schoenes Gefuehl, ein bisschen Kopfarbeit zu machen, das hat mir doch sehr gefehlt...

Das Witzige an der Sache ist aber, dass ich nach dieser ganzen Aktion genauso schlau wie vorher war, denn irgendwie kann ich nicht einfach zweimal die Woche auf Arbeit fehlen und betrachte deshalb mittlerweile die Alternative einen Preparationkurs fuers Cambridge Certificate zu machen. Der waere nur einmal die Woche, vormittags, dafuer aber um einiges kostenspieliger und nur 10 Wochen lang. Am Dienstag weiss ich dann hoffentlich mehr, wenn ich meinen 2.einstufungstest vor mir habe.....

 

Bis dahin,

lasst es euch gut gehen...

die auswanderin

 

 

about:culture22-1-2008 @ 22:04 UTC1 comment

Einmal wie ein Schwan tanzen

                                                                                                Rusthall, 17.01.2008

 

Ein Highlight jagt das andere ist grundsaetzlich das Motto unseres Englandaufenthalts. Nachdem wir zurueck in Kent am 3. und 4.Januar erstmal wieder ein wenig Arbeitsluft geschnuppert haben und noch ein sehr schoenes und entspanntes Wochenende mit Malte verbracht haben, lag am Samstag, den 12.Januar unser lang geplanter Trip nach London an.

Es sollte jedoch nicht einfach irgendwo in London hingehen, sondern ins London Colliseum zur Versammlung der schoensten englischen Schwaene. Im Klartext heisst das, dass wir uns Tschaikowskys Ballett „Swan Lake“ angesehen haben.

 

Wie zwei kleine Schwaene haben wir uns dann auch herausgeputzt und sind dann nach Central London gestoeckelt, wo wir zuerst einmal in einer Bar ein wohlschmeckendes Glas Rosé getrunken haben. Als wir dann endlich im Balcony des Theaters sassen, mussten wir feststellen, dass wir schon leicht angeschwippst waren und uns eher weniger schwanengleich fortbewegt hatten. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen haben wir das Ballett sehr genossen. Und dass wir soviele Schwaene auf der Buehne gesehen haben, lag definitiv nicht an unserem verklaerten Blick. Die Taenzer des English National Ballett waren jedenfalls unglaublich und einfach amazing. Da bin ich gleich wieder etwas wehleidig geworden und hab Lust bekommen, selber wieder zu tanzen...naja aber da das ja leider nicht so geht, muss weiterhin die gym reichen.

 

 

about:leisure time22-1-2008 @ 22:03 UTCno comments

 

Week 3

Smelly accomodations, Silvester ohne Feuerwerk und andere englische Raritaeten

Rusthall, 12.01.2008

Hallihallo meine Lieben,

nach der ersten Verwarnung meiner Mamutschka muss ich doch nun mal endlich wieder zu Papier und...aeehhh Tastatur greifen. Ja ich weiss, dass ich lange nicht geschrieben habe, aber es ist einfach viel zu viel passiert, sodass ich jetzt wohl weit ausholen muss, um die ganzen Ereignisse der vergangenen Wochen aufzuarbeiten.

Von daher holt schon mal die Kissen raus, nehmt euch eine Tasse Tee und viel Zeit *gg*....

Es war einmal vor langer langer Zeit.....nein Spass beiseite....

Mein Weblog hoert eigentlich in der Zeit auf, in der ich in Deutschland war. Ich war genau 9 Tage in meiner Muddastadt und habe die Zeit sehr genossen. Wir hatten einen wunderschoenen und leicht durchgeknallten (ich sag nur christmas cracker) Weihnachtsabend und ein leckeres Weihnachtsessen – wie jedes Jahr. Ansonsten habe ich sehr viel Zeit mit all den Leuten verbracht, die ich 4 Monate nicht gesehen habe. Das war echt schoen und interessant, denn fuer viel von euch ist ja jetzt auch ein neuer lebensabschnitt mit Studium oder Ausbildung oder auch Abivorbereitungen angefangen.

Am 29. ging dann aber auch mein Flieger schon wieder zurueck in meine Wahlheimat und ich muss sagen, dass ich auch ganz froh darueber war, denn waere ich laenger in Deutschland geblieben, haette ich wohl sowas wie sentimentale Anfluege bekommen, was mir nicht gut getan haette. Und ausserdem habe ich mich auch schon sehr auf meinen new year’s eve in liverpool gefreut.

Als ich am Samstagmorgen wieder in Tunbridge Wells gelandet bin, wurde ich liebensgewuerzigerweise von Maren und Malte vom bahnhof abgeholt, da die beiden etwas frueher da gewesen sind. Marens Freund ist gleich aus Deutschland mitgekommen, um sie mal fuer ein paar Tage zu besuchen. Als wir in unserer geliebten Wohnung angekommen sind, durften wir aber erstmal einer unliebsamen Ueberraschung ins Auge blicken oder soll ich doch wohl eher sagen mit der Nase aufnehmen. Das Szenario war naemlich folgendes: Schon im Flur fing es unglaublich an zu stinken, so ein bisschen als ob wir irgendwo eine Leiche versteckt haetten, nicht dass ich dieses Erlebnis shcon mal gehabt haette oder gerne haben moechte, aber alles Vergammelte riecht wahrscheinlich in aehnliche Richtung. Der Grund fuer dieses nette Parfum war unser freezer, der ueber die 10Tage in denen wir nicht da waren komplett abgetaut ist. Dumm nur, dass ich selber dran schuld war. Hatte naemlich den Kuehlschrank vor Weihnachten abgetaut und sauber gemacht und dabei nicht wahrgenommen das der seperate Gefrierschrank mit dem Kuehlschrank verbunden ist. Und da unser freezer immer vollgepackt ist mit leckeren Sachen, die wir von der Kueche bekommen, gammelte darin Fisch, Fleisch, Vegaburger, Eis, rote Beeren und Brot vor sich hin. Keine Details mehr, aber wir haben mehrere Tage damit verbracht, das Ding wieder sauber und einigermassen geruchsfrei zu bekommen. Gute Haushaltstipps von allen Mamas wie Essig und bohnenkaffee in den Gefrierer stellen, haben dabei leider auch nur bedingt geholen *lach*.

Neben Putzen haben wir den Samstag dann vor allem mit Schlafen, Auspacken und wieder Einpacken verbracht, denn schon am Sonntag sollte es ja weiter nach Liverpool, dem pool of life gehen ;-).

Der gesamte Sonntag ging dann groesstenteils fuer die Reise nach Liverpool drauf, wir sind zusammen mit Holger und Sheila per Zug und Bus sowie Cab gereist und haben dabei echt wieder lustige Erlebnisse gehabt, z.B., dass wir fast unsern Bus verpasst haben, nur weil wir uns umbedingt noch nen Kaffee kaufen mussten....*gg*.

Am Sonntagabend sind wir dann auch gleich noch mal unterwegs gewesen und haben ein bisschen das Nachtleben von Liverpool unsicher gemacht.

Am eigentlich Silvestermontag haben wir zu ersteinmal den folgenschweren Fehler gemacht, uns doch echt einzubilden, dass wir nochmal ganz entspannt shoppen gehen koennten. Das haben wir dann auch erfolgreich gemacht (ich sag nur Maedels und Schuhe – ja man wird es nicht glauben, auch Natalie hat sich Schuhe gekauft, ich mutiere hier echt zum fashionvamp *schiefgrins*), dabei aber nicht bedacht, dass wir danach total erschoepft sein wuerden. Bis zum Silvesterabend waren auch noch nicht mal alle eingeplanten 15 Leute da. 2 haben abgesagt und die Oxfordleute Jan und Maarit kamen erst abends mit dem Bus an. Nach langem Hin-und Her hatten wir sowas wie einen Plan fuer unsere new year’s nacht. Haetten wir vorher gewusst, dass der Abend auch unter dem Titel „Chaos, Chaos, Chaos“ uraufgefuehrt werden haette koennen, haetten wir den Teil mit der Planung einfach ausgelassen.

Gedacht war also, dass wir erst gemuetlich ein bisschen zu Hause sitzen, uns fein machen und ein bissel vordrinken, dann in die Stadt fahren, Maarit und Jan einsacken und alle zusammen essen gehen (ja wir hatten uns sogar in ein paar Lokalen vorher erkundigt und es wirkte gar nicht so unrealistisch mit 13 Mann was zu finden). Dumm nur, dass waehrend Lea und Thomas mit einer anderen Buslinie schonmal vorgefahren waren, um die Oxford-Leute abzuholen, wir eine geschlagenen halbe Stunde an der Bushaltestelle standen und feststellen mussten, dass einfach nichts mehr fuhr. Nach hunderten von Anrufen und Smsen (Dank sei den any time free texts von 02) hatten wir es dann geschafft, Lea und Co klar zu machen, dass wir gezwungen waren, uns was in ihrer Gegend zum Essen zu suchen.

Also sind Maren, Sheila und ich die einzige Partystrasse in dem Wohnviertel rauf und runtergepest und haben in fast jedem Lokal die Antwort bekommen: Also mit 13 leuten habt ihr hier keine chance....

Bis zu diesem besagten chinesischen Restaurant, die uns ernsthaft einen Tisch anbieten konnten. Nach halber Stunde warten auf den Tisch sassen wir dann auch alle endlich....zwar wunderten wir uns schon ein wenig ueber fehlendes Besteck und Menuekarte, nahmen es aber nicht ganz so krum, lag wohl vor allem an dem „wir werden bald verhungern gefuehl“ welches wir alle in der Magengegend hatten, denn meanwhile war es so 21:30....

Nachdem wir die Getraenke geordert hatten und ich der waitress noch mal auf die Fuesse getreten bin, kam dann die boese Ueberraschung: Sie koennen nur von der special menu karte bestellen. Was im Klartext heisst, bestellen Sie doch einfach Menues ab 30£ aufwaerts....

Mussten wir passen, wir sind halt nur arme Volunteers...die aus lauter Verzweiflung im Endeffekt beim takeaway gelandet sind.

Im Takeaway kam irgendwer auf die glorreiche Idee, doch den deliveryservice auszuprobieren, klang auch irgendwie ganz plausibel, denn immerhin hatten wir noch einen nachhauseweg von 20min vor uns und dachten uns, dass in der Zeit das Essen vielleicht da waere. Aber falsch gedacht, aus den akzentgefuellten 3min, die der Kuechenchef versprochen hatte, wurden eineinhalb Stunden =D.

Mittlerweile hatten wir dann zu Hause angekommen, auch den Plan, noch zum Albert Dock, dem Hafen von Liverpool, zu pilgern, auch wieder verworfen. Dort sollte das eigentlich oeffentliche Feuerwerk stattfinden. Als um 23:30 dann endlich Pizza und Co ankamen, war mein Hunger irgendwo verloren gegangen und so fiel 90Prozent meiner Pizza gefraessigen, bis zur Kante besoffenen Englaendern zum Opfer, die kurzerhand sich selbst eingeladen hatten, aber das ist noch ein anderer geschichtstraechtiger Teil des Abends....

Immerhin haben wir es geschafft, um kurz vor Mitternacht alle vor der Haustuer zu stehen und erwartungsfreudig in den Himmel zu gucken....bloss irgendwie passiserte da kurz gesagt rein gar nichts, als es mitternacht ward. Ich glaube ganze 2 Raketen waren am Himmel auszumachen und die ganze Strasse war abgesehen von uns auch recht ruhig. Dafuer waren wir aber alle ganz gut angetuetel, sodass wir kurzerhand zum Ufer des Merseyrivers gewandert sind und da dank eines gefundenen kleinen Kinderfahrrads, Regentropfen vom Himmel und warmen Wein zum Anstossen viel Spass hatten. Zurueck im Haus ging die Party eher traege weiter. Bis ploetzlich die englischen Nachbarn, die eigentlich 3h vorher uns eingeladen hatten, mal ganz spontan mit einem riesigen Alkoholbrunnen durch den flur der Liverpooler marschierten. Der Grossteil von uns war etwas verwirrt und im Endeffekt haben mehr Leo, Jan und Holger mit den doch gut abgefuellten Typen gefeiert. Waehrend unter anderem Sheila, Maren, Lea und ich lustige Fotosessions in Leas Bett hatten....So gegen 4 kamen Jan und Leo dann auch mal von den Nachbarn wieder zurueck, dumm nur, dass wir dadurch eine Alkoholleiche im Wohnzimmer hatten und spontan noch mal neue Bettenverteilung angleiert haben....*gg*

Im Grossen und Ganzen war mein new years eve definitiv komplett anders als jeder bevor, aber wahrscheinlich war er deshalb auch irgendwie gut. Ich kann zwar nicht behaupten, das Gefuehl gehabt zu haben, umbedingt in Liverpool gewesen zu sein zur Jahreswende, aber es hoert sich auf jeden Fall gut an, wenn ich in 20 Jahren meinen Kindern erzaehle „...und als ich damals in Liverpool gefeiert habe....“ *lach*.

So viel also erstmal zu meiner Jahreswende....

...alles was danach so passiert ist, hoffentlich in einem baldigen neuen Blogeintrag

LG

Natalie

...und by the way, allen den ich es immer noch nicht gewuenscht habe:

HAPPY NEW YEAR!!!!!!!
about:adventure16-1-2008 @ 9:36 UTC1 comment

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